Italien23. September 2026, von Blumenmann

Ferrara & Comacchio: Die besten Tipps für analoges Italien

Italien, 23. September 2026, von Blumenmann

Ferrara & Comacchio: Die besten Tipps für analoges Italien

In Norditalien gibt es Orte, die die Fantasie mühelos beflügeln. Bologna zum Beispiel oder Modena. Aber wer der weniger befahrene Weg dauert, führt zu Ferrara und ein wenig weiter, im Schatten der Stadt, in Comacchio.

Ferrara ist eine Stadt mit breiten Straßen und prachtvollen Palazzi, mit Radwegen entlang jahrhundertealter Stadtmauern und Plätzen, auf denen regelmäßig Märkte stattfinden. Auf dem Tisch finden Sie lokale Klassiker wie … Cappellacci (Pasta), coppia ferrarese (lokales Brot) und der mächtige Schokoladenkuchen Tenerina.

Ferrara ist vor allem eines: entspannt. Analog, könnte man sagen. Die Yuppie-Kultur hat hier noch lange nicht eingesetzt, und Matcha ist kaum zu finden. An Cafés mangelt es zwar nicht, aber eben an solchen italienischen, wo die Einheimischen einen Espresso trinken und ihren Tag fortsetzen. Und genau darin liegt der Charme.

In weniger als einer Autostunde weichen die Palazzi den Kanälen, Brücken und Fischerhäusern von Comacchio. Und wo Ferrara schon analog ist, geht Comacchio noch einen Schritt weiter. Man könnte es als das Florida von Ferrara bezeichnen: Sobald die wilden Tage vorbei sind, tauscht man die Stadt gegen die Ruhe am Wasser.

Am Tisch in Ferrara

Am Tisch in Ferrara

Natürlich erkunden wir Ferrara anhand der lokalen Ess- und Trinkkultur. Mit anderen Worten: Kaffee bei den Einheimischen, Cappellacci Auf dem Tisch standen, und wenn möglich, auch Wein. Das sind die Restaurants, in denen wir gegessen haben.

Caffè Europa
Neben dem Hotel Europa, dessen Glanz langsam verblasst, ist das Caffè Europa seit Jahren ein beliebter Treffpunkt. Man erkennt es an den großen Buchstaben an der Hotelfassade: das terrakottafarbene Gebäude, in dem ständig Einheimische ein- und ausgehen.

In dem nicht gerade modernen und auch nicht besonders schönen Café wird ein Espresso nach dem anderen an der Bar getrunken. Gebäck gibt es zwar auch, aber die meisten Gäste nehmen es mit und trinken hier hauptsächlich ihren täglichen Koffeinkick. Man bezahlt im Voraus, und mit dem Handy zu bezahlen, geschweige denn darauf herumzuscrollen, fühlt sich hier fast schon seltsam an. nicht getanHier kann man immer noch für eine Münze einen Cappuccino bestellen, möglicherweise unter den missbilligenden Blicken des Servicepersonals – einen Cappuccino trinkt man offensichtlich nicht nach dem Morgen.

Pasticceria Caffè del Corso
Gegenüber befindet sich die Konkurrenz: das Caffè del Corso. Die Einrichtung ist ebenso authentisch, diesmal in einer Variante mit viel Aluminium und weißem Kunststoff, gekrönt von einem Kronleuchter, der völlig danebengeht und gerade deshalb perfekt passt. Nichts davon ist schön, aber gerade durch das Schauspiel des Alltags wirkt es so reizvoll. Machen Sie es wie die EinheimischenBestellen Sie sich etwas Leckeres und machen Sie es sich an der Bar oder draußen auf der Terrasse gemütlich. Genau wie bei den Nachbarn gegenüber herrscht hier ein ständiges Kommen und Gehen von Stammgästen, die den Laden am Laufen halten. tschüss tuttiOb in Freizeitkleidung oder in einem eleganten Kleid, ein Espresso an der Bar ist immer möglich.

Rizzati
Auf der lebhaften Piazza Trento und Triest Im Torre dell'Orologio befindet sich das winzige Café Rizzati. Zunächst zieht einen der charmante Anblick des Uhrturms inmitten der umliegenden Gebäude in seinen Bann. Drinnen findet man kaum mehr als die Bar mit der Kasse. So klein der Laden auch ist, man kann sich kaum umdrehen. Die Herangehensweise ist daher simpel: Man kommt für einen Kaffee im Pappbecher. Rizzati schreit förmlich nach Touristen, aber wir lassen uns davon ausnahmsweise nicht abschrecken und nehmen auf der einfachen Terrasse Platz. Bei näherem Hinsehen stellt sich heraus, dass sie hauptsächlich von Italienern besucht wird. Vielleicht italienische Touristen, aber trotzdem: Es ist beruhigend.

Trattoria da Noemi
Die Trattoria da Noemi liegt in einer der engen Gassen der Altstadt von Ferrara. Das familiengeführte Restaurant serviert regionale Küche, Wein wird auf Wunsch in einer Karaffe serviert, und der Service ist so aufmerksam und freundlich, dass man allein deswegen schon wiederkommen würde.

In der Küche von Ferrara gehen süße und herzhafte Aromen bemerkenswert oft Hand in Hand. Bestellen Sie hier zum Beispiel die lokale Spezialität. KürbisravioliPasta gefüllt mit süßem Kürbis, serviert mit Ragù (sehr empfehlenswert!) oder Butter und Salbei. Lassen Sie außerdem Platz für TenerinaDer mächtige Schokoladenkuchen, der bei so manchem Geburtstag in Ferrara auf dem Tisch steht. Hier wird er mit Mascarpone serviert, und „satt sein“ bekommt plötzlich eine andere Bedeutung.

Enoteca Tre Pennelli
Etwas außerhalb des Zentrums – obwohl man im kompakten Ferrara nie wirklich weit laufen muss – findet man die Enoteca Tre Pennelli in einer unscheinbaren kleinen Straße. Ehe man sich versieht, läuft man daran vorbei. Das Geschäft wird seit Generationen vom Vater an den Sohn weitergegeben, und scheinbar hat sich in der Zwischenzeit nicht viel verändert. Innen erwartet einen ein bunter Mix aus antiken Möbeln, dunklem Holz, einer beachtlichen Flaschensammlung und der Weinbar. Schrägstrich Der Laden selbst. Jedes Geschäft hat natürlich auch mal ruhige Tage, wobei wir vermuten, dass diese hier eher die Regel als die Ausnahme sind.

An der Bar stehen sechs Weiß- und sechs Rotweine zur Auswahl, ein Glas kostet zehn Euro. Der Vorteil: Selbst die üblicherweise etwas teureren Weine werden glasweise serviert. Lassen Sie sich ein großzügiges Glas Barolo (Marziano Abbona, 2021, köstlich!) einschenken und knabbern Sie dabei an den kleinen Bar-Snacks wie Focaccia.

Enoteca EN0.10
Wer es etwas lebhafter mag, ist in der Enoteca E10 genau richtig. Auch hier ist die Größe eher bescheiden: Drinnen finden etwa vier bis fünf Personen Platz, inklusive Barkeeper. Draußen stehen weiße Klappstühle aus Eisen an passenden runden Tischen, wo man sich bei einem Glas Wein angeregt unterhält.

Für alle, die ein Glas Wein bestellen, hat der Barkeeper zwei Weiß- und zwei Rotweine geöffnet. Für 6,50 € bekommt man ein Glas und ein paar Snacks dazu: einfache Pommes, Oliven und so weiter. Die Leute kennen sich, und ehe man sich versieht, wird man von seinem Platz aus angestarrt, damit die Tischnachbarn sich unterhalten können.

Käseflasche
Für uns ist ein Besuch in einem Käsegeschäft immer lohnenswert, besonders wenn es seit 1929 besteht und sich seinen guten Ruf redlich verdient hat. In der Bottega del Formaggio wird der Parmigiano Reggiano noch immer von Hand geschnitten, und die Auslage ist gefüllt mit allerlei italienischen Käsesorten. Treten Sie ein und nehmen Sie unbedingt ein Stück Parmigiano Reggiano mit nach Hause.
Keine Website. Adresse: Via Cortevecchia 18, Ferrara

Wenn du die Nacht über bleibst, dann ist Haus Este Ein idealer Ausgangspunkt. Das Hotel liegt direkt im Zentrum und besteht aus dem historischen Palazzo und einem ruhigeren Nebengebäude. Die renovierten Zimmer im Palazzo sind besonders ansprechend gestaltet, mit warmen Farben und Holzböden. Einige bieten zudem Blick auf das Castello Estense.

Kultur aufsaugen

Kultur aufsaugen

Fahrräder
In Ferrara kann man Kultur auch auf eine etwas lockerere Art erleben, angefangen beim Radfahren. Genau wie wir Niederländer kennen sich die Ferraraner bestens mit zwei Rädern aus. Die Stadt ist ideal dafür, und in vielen Hotels kann man sich ein Fahrrad ausleihen oder mieten. Erwarten Sie kein trendiges E-Bike, sondern eher ein etwas älteres Modell mit einem Stahl- oder Weidenkorb vorne. Erkunden Sie die Stadt und besuchen Sie unbedingt die alte Stadtmauer.

Schloss Estense
Für Kulturliebhaber im klassischen Sinne ist Castello Estense ein absolutes Muss. Die Burg aus dem 14. Jahrhundert liegt mitten in Ferrara und ist von einem Wassergraben umgeben. Im Inneren befinden sich unter anderem die ehemaligen Gemächer der Familie d'Este, doch das Beste erwartet Sie im obersten Stockwerk. Über den Torre dei Leoni steigen Sie 120 Stufen hinauf und genießen den Panoramablick über die Stadt. Unterwegs kommen Sie auch an einem Orangengarten vorbei, der hoch über dem Stadtplatz verborgen liegt.

Gehen Sie auch hindurch. Via delle VolteDie Rue du Quattro, eine der ältesten Straßen Ferraras, ist an ihren vielen Bögen und überdachten Brücken zu erkennen. Diese verbanden einst unter anderem die Häuser und Läden der Kaufleute mit ihren Lagerhäusern am Flussufer. Man erzählt sich, dass die Räume über der Straße auch einen finanziellen Vorteil boten: Da sie nicht den Boden berührten, waren sie steuerfrei. Amüsant.

Museen
Noch mehr Kultur? Diamantpalast en Schifanoia-PalastDer erste Palast ist an seiner Fassade aus Tausenden rautenförmigen Marmorblöcken zu erkennen und beherbergt heute Kunstausstellungen. Besonders sehenswert ist der Palazzo Schifanoia wegen des Salone dei Mesi, dessen Wände mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert geschmückt sind.

Stadttheater
Und dann ist da noch das Teatro Comunale. Man muss es nicht einmal betreten, um die ganze Pracht zu erfassen. Schlendern Sie einfach durch die Rotonda Foschini, den ovalen Innenhof des Theaters, und werfen Sie unbedingt einen Blick nach oben. Das Gebäude bildet um Sie herum eine Ellipse, in deren Mitte sich nur der Himmel befindet. Ein wunderschöner Anblick.

Kathedrale San Giorgio
Besuchen Sie unbedingt auch die Kathedrale San Giorgio an der Piazza Trento e Trieste. Fast jedes Jahrhundert hat das Gebäude geprägt: Die Fassade ist teils romanisch, teils gotisch, während das Innere später weitgehend im Barockstil renoviert wurde. Nach jahrelanger Restaurierung wurde die Kathedrale 2024 wiedereröffnet.

Tagesausflug nach Comacchio

Tagesausflug nach Comacchio

Ferrara schon gesehen? Dann ist es Zeit, die Stadt hinter sich zu lassen. Comacchio liegt etwa vierzig Autominuten entfernt und verhält sich deutlich ruhiger. Auch hier erwartet Sie das authentische Italien. Mit seinen Kanälen und Brücken wird Comacchio nicht umsonst auch „Klein-Venedig“ genannt. Das Leben fließt hier in friedlicher Atmosphäre. Sie kommen wegen der engen Gassen, eines Espressos in der Bar Ragno im alten Getreidesilo und natürlich wegen der regionalen Küche. Denn wer Comacchio sagt, denkt an Fisch.

Doch das Wasser endet nicht am Dorfrand. Fährt man ein Stück weiter, eröffnet sich eine weite Landschaft aus Lagunen, Wasser und Schilf. Und noch ein Stück weiter: die Adriaküste. Hier wird seit Jahrhunderten gefischt, und ein Großteil der lokalen Fischereikultur ist hier beheimatet.

Das spiegelt sich in fast jeder Speisekarte wider. Muscheln, Austern und vor allem Aal spielen die Hauptrolle. Letzterer mag uns Niederländern heutzutage etwas altmodisch vorkommen. nicht getanDoch in Comacchio ist der Aal seit Jahrhunderten untrennbar mit der lokalen Fischerei- und Esskultur verbunden. Ob geräuchert, gegrillt, gebraten, mariniert oder als Zutat in Gerichten: Hier kommt man praktisch nicht um den Aal herum.

Die Lagunen von Comacchio
Um Comacchio wirklich zu verstehen, muss man aufs Wasser hinausfahren. Segeln Sie in die Lagunen und erleben Sie die Landschaft vom Wasser aus, zwischen dem Schilf, vorbei an alten Fischerhütten und vor allem inmitten einer Vielzahl von Vögeln. Flamingos sind auch dabei. Angeblich gibt es fast so viele von ihnen wie Einwohner in Comacchio. Während das Boot leise über das Wasser gleitet und die Sonne Ihr Gesicht wärmt, wird Ihnen bewusst, wie prägend diese Landschaft für das Leben in Comacchio ist.

Die Lagunen, durch die Sie so friedlich segeln, werden auch heute noch unter anderem für die Zucht von Muscheln und Austern genutzt. Besonders die Austern sind interessant. Anders als beispielsweise in den bekannten Austernregionen an der französischen Küste unterliegt das Wasser hier nicht dem natürlichen Gezeitenwechsel. Ein Teil dieses Prozesses wird daher von den Züchtern nachgeahmt. Das nährstoffreiche Wasser der Lagune erledigt dann den Rest und bringt fleischige, pralle Austern hervor. Und natürlich finden Sie diese auch auf den Speisekarten der lokalen Restaurants. Ein geschlossener Kreis.

Essen in Comacchio
Hast du vom vielen Wasser Hunger bekommen? Dann mach einen Zwischenstopp bei Bettolino di FoceMitten in der Lagune gelegen, ist es ein guter Ort, um den lokalen Fisch auf den Teller zu bekommen. Zurück im Dorf setzt man sich an einen Stuhl bei Locanda del Delta, wo man herzhafte und schmackhafte Speisen zu einem günstigen Preis genießen kann.

Comacchio am Meer
Nicht nur Klein-Venedig und die Lagunen prägen das Bild von Comacchio, sondern auch die Adriaküste liegt praktisch in unmittelbarer Nähe. Wo heute Sonnenschirme und Liegen der Strandbäder stehen, wuchsen einst Weinreben. Bis die Küste zunehmend zum Refugium der Sonnenanbeter wurde und die Reben weichen mussten. Die Weinberge verlegten ihren Standort, der sandige Boden blieb – und zum Glück auch der Wein.

Auf diesem sandigen Boden, Weine des Sandes Hergestellt oder Sandweine. Einer der bekanntesten ist Fortana, ein lokaler Rotwein, der oft mit einer leichten Perlage im Glas serviert wird.

Also, tauschen Sie die Lagunen ruhig gegen einen Nachmittag am Meer, setzen Sie sich in eine Strandbar und legen Sie dort [etwas] auf. Wein aus dem Sand neben

Möchten Sie sich noch etwas umschauen oder Ihren Besuch planen? Aktuelle Informationen und praktische Tipps finden Sie unter In Ferrara en Ferrara Terra e AcquaFür alles rund um Comacchio, die Lagunen und die Küste können Sie sich an uns wenden. Besuchen Sie Comacchio.